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Petition für den Block, „Amardillo" Drucken E-Mail
Dienstag, den 13. Oktober 2015 um 22:01 Uhr

 

Quito, den 12. Oktober 2015

- DEUTSCHE VERSION -

An

Rafael Correa D., Präsident der Republik Ecuador,

Jorge Glas E., Vizepräsident der Republik Ecuador,

Lorena Tapia, Umweltministerin der Republik Ecuador,

Ledy Zúñiga R., Ministerin für Justiz, Menschenrechte und Kulte

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind tief besorgt über die unmittelbar bevorstehende Vergabe der sog. „Umweltlizenz" für den Block 55 [im Yasuní Nationalpark, Anm. Übers.], besser bekannt als den Block, „Amardillo" durch das ecuadorianische Umweltministerium (MAE1) zur Erdölförderung in diesem Ölfeld – einem [konfliktiven, Anm. Übers.] Gebiet, in dem es zu dem Tod von Héctor España (2005) und Luis Castellanos (2008) kam.

Es existieren über 5000 Zeugnisse, die die Präsenz von „indigenen Völkern in freiwilliger Isolation"2 in dieser Zone bestätigen.

Selbst die Dokumente des MAE und des „Vorsichtsmaßnahmenplans" der Regierung erkennen dies an.

Wir warnen ausdrücklich vor Erdölaktivitäten in diesem Bereich des Erdölblocks 55. Sie wären fatal sowohl für die indigenen Völker in freiwilliger Isolation als auch für die Glaubwürdigkeit ihrer Regierung und die Institutionalisierung der Rechte von indigenen Stämmen wie den Tagaeri und Taromenane.

Wir erinnern daran, dass der Staat gemäß den Richtlinien der „Nationalen Politik der Völker in freiwilliger Isolation"3 zu Folgendem verpflichtet ist:

• der Garantie, dass die indigenen Völker Besitzer ihrer Territorien bleiben, die sie bewohnen und subsistenzwirtschaftlich bearbeiten und dass ihre „Unberührbarkeit" unangetastet bleibt;

• der Garantie ihrer Bewegungsfreiheit gemäß ihrer kultureller Gepflogenheiten als Nomadenvölker;

• der Anerkennung der Tatsache, dass sich durch die Anwesenheit der Tagaeri und Taromenane;

• sowie anderer Völker in freiwilliger Isolation große Teile des Yasuní-Nationalparks in einem gut erhaltenen Zustand befinden;

• der Garantie, dass ihre „Ausrottung niemals als legitimes Mittel für Ressourcenausbeutung im Amazonas oder unvermeidlichen Kollateralschaden in Betracht gezogen werden wird"

Die strategischen Aktionslinien der Regierung („Líneas Estratégicas para la Acción") verpflichten des Weiteren zu der „Konsolidierung und Stärkung des Prinzips der Unantastbarkeit".

Als Priorität wird dort weiterhin genannt: „das Vorantreiben eines künftigen gesetzlichen Regelwerks für Territorialfragen, welches Erdölförderaktivitäten in den von den Tagaeri und Taromenane beeinflussten und bewohnten Gebieten unterbindet.

Weiterhin sind die Empfehlungen der Interamerikanischen Menschenrechtskommission in ihrem Bericht von 2013 über die „indigenen Völker in freiwilliger Isolation und Erstkontakt in den Amerikas"4 zu beachten. Im Abschnitt über die natürlichen Ressourcen erklärt die Kommission, dass „die Lizenzvergabe oder Autorisierung zur Realisierung von Aktivitäten, verbunden mit der Extraktion von natürlichen Ressourcen wie Bergbau, Erdölförderung, Abholzung, Viehwirtschaft und Agrarindustrie, in den Lebens- und Bewegungsräumen sowie Schutzgebieten von indigenen Völkern in freiwilliger Isolation und Erstkontakt verweigert werden muss".

Die logische, angemessene, korrekte und dem Gesetz sowie der Verfassung entsprechende Konsequenz ist die definitive Schließung des Blocks 55 (Armadillo), die Annullierung der ausgestellten Konzession sowie die Ausweitung der „unantastbaren Zone der Tagaeri und Taromenane" bis einschließlich des Blocks 55 und darüber hinaus die Festlegung weiteren Territoriums, das die Unversehrtheit der indigenen Völker in freiwilliger Isolation gewährleistet, ihre Menschenrechte schützt und sie so vor einem unmittelbar bevorstehenden Etnozid bewahrt.

Eine Ölplattform mehr im Yasuní, bedeutet einen Tag weniger für die Existenz der Tagaeri und Taromenane.

Mit freundlichen Grüßen

YASunidos 

Bitte unterschreiben Sie die Forderung nach einem Stopp der Erdölaktivitäten im "Campo Armadillo"( Block 55).

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